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Nächster Olympia-Quotenplatz für Tokio bestätigt

Nach dem Teamplatz in der Dressur, darf sich der Österreichische Pferdesportverband (OEPS) in der Sparte Vielseitigkeit (Dressur/Gelände/Springreiten) über einen Einzel-Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio freuen.


Die 21-jährige Oberösterreicherin Lea Siegl holte mit ihren Punkten im Olympic Ranking des Weltreiterverbandes FEI der noch nicht qualifizierten Reiterinnen und Reiter Rang 6 und damit den letztmöglichen Quotenplatz nach Österreich.



„Unglaublich, ich hätte nicht gedacht, dass sich das noch ausgeht. Aber dieser Quotenplatz ist natürlich ein Traum für die gesamte Vielseitigkeit in Österreich, dass endlich wieder jemand von uns bei Olympia dabei sein darf“, jubelt die regierende Vize-Staatsmeisterin Lea Siegl, die im Jahr 2019 Bronze im FEI European Cup gewann.



Außerdem schaffte das ehemalige Mitglied des OEPS Talente Team-Kaders im Vorjahr auf internationaler Turnierebene den Sprung auf Vierstern-Niveau. Die Geschichte-, Psychologie- und Phylosophie-Studentin holte im August 2019 ihren ersten Sieg in Sopot (POL) und legte einen Monat darauf Platz 3 in Strzegom (POL) nach.


Vielseitigkeits-Equipechef Thomas Tesch freut sich mit seinem jungen Schützling: „Dass sie als ehemaliges OEPS Talente Team-Mitglied diese Entwicklung bis ins Erwachsenenalter fortsetzten konnte, ist in unserer Sparte beispiellos. Alle freuen sich mit Lea und haben ihr herzlich gratuliert."



Fix qualifiziert ist Lea Siegl dennoch nicht, ihr fehlen noch die MER-Kriterien (Mindestandforderungskriterien) der FEI: eine CCI4-L plus 1 CCI4-S-Prüfung oder eine CCI5*-L-Prüfung mit jeweils mehr als 60 Prozent in der Dressur, eine fehlerfreie (lange) Geländeprüfung und maximal 4 Abwürfe im Springreiten. Lea Siegl absolvierte das alles problemlos im Vorjahr auf Vierstern-Niveau mit ihrem 13-jährigen Sportpartner Fighting Line mit einem Sieg und Platz 3 wie oben erwähnt, nur die lange Geländeprüfung fehlt ihr noch. Beim Turnier in Montelibretti (ITA) bei Rom will sie das am Osterwochenende nachholen.





Stolze Vielseitigkeits-Community (v.l.): Equipechef Thomas Tesch, die European Cup-Dritte Lea Siegl mit ihrer Bronzemedaille, Heeressportlerin Rebecca Gerold, Ex-Staatsmeister Daniel Dunst und OEPS-Sportdirektor Franz Kager.



So läuft die Olympia-Qualifikation in der Vielseitigkeit
Der Quotenplatz für Österreich wurde jetzt von der FEI bestätigt, am 6. Juli ist definitiver Nennschluss für Tokio. Derzeit befinden sich 5 Reiterinnen und Reiter mit insgesamt 8 Pferden (Harald Ambros mit Lexikon, Daniel Dunst mit Loriot F, Rebecca Gerold mit Shannon Queen, Katrin Hazrati mit DSP Cosma und Oklahoma, Lea Siegl mit Fighting Line, Van Helsing und Cupido P) auf der Longlist des OEPS, die bis zum nominativen Nennschluss am 1. Juni zu einer Shortlist schrumpfen wird.


Die Entscheidung darüber, wer Österreichs Buschreiter letztlich in Tokio vertreten wird, soll ebenso wie in der Dressur über ein nationales Qualifikationsverfahren getroffen werden. OEPS Generalsekretär Dietrich Sifkovits erklärt im Interview mit pferderevue.at: „Es wird drei oder vier Turniere geben, auf denen wir uns die Leistung der einzelnen Reiter-Pferd-Paare ansehen. Diejenigen, die in die engere Auswahl kommen, werden dann alle gemeinsam auf einem Turnier – vermutlich in Luhmühlen – reiten. Und dann entscheiden wir, wer entsandt wird.“


Diese Reiterinnen und Reiter werden also beim internationalen Turnier in Luhmühlen (Kategorie CCI4*-S) von 18. bis 21. 6. zum direkten Vergleich gegeneinander antreten.



Aussicht auf einen zweiten Einzelplatz für Tokio
Zu diesem Zeitpunkt wird auch feststehen, ob möglicherweise eine zweite österreichische Buschreiterin oder ein zweiter österreichischer Buschreiter beim Saisonhöhepunkt in Japan an den Start gehen wird. Bis 16. März haben die nationalen Verbände Zeit, ihre Einzelstartplätze zu bestätigen. Verzichtet ein Verband auf seinen Startplatz oder kann ihn aufgrund nicht erfüllter Qualifikationskriterien nicht besetzen, wird dieser automatisch über das Reservesystem der FEI nachbesetzt. Und hier steht Österreich derzeit auf der Poleposition.


Für Sifkovits ist klar: „Wir möchten jemanden schicken, der auf olympischem Niveau auch wirklich bestehen kann.“ Wer diese Anforderung am besten erfüllt, wird sich in den kommenden Monaten weisen.

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