Wie gelingt es, den Sport auch auf lokaler Ebene attraktiv zu halten?
Rebel: Indem man zeigt, was möglich ist. Wenn junge Voltigierer:innen mit den Besten trainieren dürfen, motiviert das enorm. Wenn Kinder beim Championat zusehen, wollen sie das auch machen. Und natürlich nutzen wir Medien, Livestreams und Social Media, um die Faszination nach außen zu tragen. Aber entscheidend bleibt das direkte Erlebnis – das Anfassen, das Zuschauen, das Ausprobieren.
Gibt es ein Projekt, auf das Sie besonders stolz sind?
Rebel: Das Talente-Team ist sicher eines der nachhaltigsten. Es wurde 2013/14 gegründet und ich bin ab dem zweiten Jahr dabei gewesen und konnte es maßgeblich mitgestalten. Wir haben es geschafft, eine Nachwuchsstruktur zu etablieren, die trägt – sportlich und menschlich. Und dass unsere Trainings öffentlich sind, dass jeder kommen und sich etwas abschauen kann, ist mir ein großes Anliegen. Kein Geheimnis, keine Barrieren.
Gab es in all den Jahren ein besonders emotionales Erlebnis?
Rebel: Natürlich gibt es viele. Aber wenn ich eines nennen müsste, dann wäre es der Gruppensieg 2019 in Ermelo. Eine Seniorengruppe Europameister – das ist die Königsdisziplin. So etwas passiert vielleicht alle zehn Jahre. Aber eigentlich zählt jeder Moment, in dem man sieht, wie sich eine Gruppe gegenseitig trägt. Ich bin sehr dankbar, dass ich schon viele tolle Momente mit herausragenden Menschen erleben durfte. Es wäre trotzdem vermessen, da ein Ranking vorzunehmen.
Wo liegen die Herausforderungen der nächsten Jahre?
Rebel: Ein Thema ist der Gruppensport an sich. Es wird diskutiert, ob drei Voltigierer:innen auf einem Pferd noch zeitgemäß sind. Ich bin klar dafür, das beizubehalten. Denn technisch sauber ausgeführte Dreierblöcke belasten das Pferd weniger als ständige Wechsel. Und: Wenn man keine ‚Obermänner‘ mehr braucht, nimmt man nur noch große, schwere Voltigierer:innen – und der Nachwuchs, die leichten Kinder, bleiben auf der Strecke. Das wäre fatal.
Und was wünschen Sie sich persönlich für die Zukunft des Voltigiersports in Österreich?
Rebel: Dass wir diesen Weg weitergehen: mit Offenheit, mit Zusammenarbeit, mit Herz. Es braucht keine Zauberei – es braucht Verlässlichkeit, Struktur und Menschlichkeit. Und ich wünsche mir, dass wir nie vergessen, dass das Pferd unser Partner ist. Nicht unser Werkzeug.