Die Arbeit hinter den Kulissen

Seit knapp eineinhalb Jahren beschäftigen sich Alice Schwab und Angelika Sparer aus der OEPS-Sportabteilung mit den auf 2021 verschobenen Olympischen sowie Paralympischen Spielen, zeigen ihr Organisationsgeschick, haben alle Termine sowie Deadlines im Blick und unterstützen die ReiterInnen in allen Belangen bestmöglich


Wichtiges Bindeglied

Während es für die ReiterInnen in den Sparten Dressur (Team bestehend aus vier ReiterInnen) und Vielseitigkeit (eine Person) in den nächsten Wochen um die fixe Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele sowie die Paralympischen Spiele (Dressur-Team bestehend aus vier ReiterInnen) in Tokio geht, laufen die Arbeiten in Laxenburg seit Wochen auf Hochtouren. Das OEPS-Büro ist das wichtige Bindeglied zwischen den ReiterInnen und dem Österreichischen Olympischen Comité (ÖOC) sowie dem Österreichischen Paralympischen Comité (ÖPC). Alle relevanten Informationen (Doping, Play-Book etc.) vom Internationalen Pferdesportverband (FEI) sowie von den verschiedenen Institutionen werden überprüft, aufbereitet, gegebenenfalls übersetzt und an die ReiterInnen übermittelt.

Darüber hinaus laufen sämtliche erforderliche Listen – es muss beispielsweise genau dokumentiert werden, welche Utensilien die ReiterInnen und TierärztInnen mitnehmen – bei Alice Schwab und Angelika Sparer zusammen, die dann alles Weitere fristgerecht in die Wege leiten. Ebenso informieren sich die beiden
über die FEI-Vorgaben hinsichtlich der einheitlichen Einkleidung der relevanten Personen und Pferde, kümmern sich zeitnah unter anderem um die entsprechenden Größen. Während Schwab diesen aufwendigen Prozess bereits für die Olympischen Spiele in Rio (2016) erlebt hat, ist es für Sparer, die seit 2019 beim Österreichischen Pferdesportverband tätig ist, eine Premiere.

Akkreditierungswesen fordert viel Flexibilität

Neben der laufenden Überprüfung der Qualifikationskriterien beziehungsweise Mindestanforderungen sowie der Turnierkoordination der in Frage kommenden ReiterInnen – alle müssen die Möglichkeit haben, die geforderten Leistungen zu erbringen – ist das Akkreditierungswesen einer der wesentlichen Punkte. Gemeinsam mit dem ÖOC und dem ÖPC nimmt sich der OEPS dieses Prozesses an. „Bis April mussten wir eine sogenannte Longlist einreichen, auf der alle Personen, die theoretisch in Frage kommen, angeführt werden müssen. Neben den Reiterinnen und Reitern beinhaltet diese Liste auch jeweils einen Groom beziehungsweise zwei PferdebesitzerInnen. Zumindest eine von beiden genannten Personen muss auch im Pferdepass vermerkt sein. Wir müssen uns da wirklich frühzeitig in alle Richtungen absichern“, erklärt Sparer einen komplexen Prozess, in dem viel Flexibilität gefragt ist und oftmals kurzfristige Änderungen bearbeitet werden müssen.

Definitiver Nennschluss 21. Juni 2021

Darüber hinaus geht diese Nennung auch in Form eines offiziellen Dokumentes als „Certificate of Capability“ an den Internationalen Pferdesportverband. Am 21. Juni 2021 läuft dann die Frist des definitiven Nennschlusses ab. Hier werden wirklich nur noch jene Personen in das Entry-System eingetragen, die zu den Olympischen Spielen fahren und bereits auf der ersten Liste angeführt wurden. Corona-bedingt wird der Pferdesport-Tross allerdings auf ein Minimum reduziert. Neben den ReiterInnen, jeweils einem Groom sowie zwei PferdebesitzerInnen stehen dem rot-weiß-roten Team ein/e Pferde-PhysiotherapeutIn, ein/e HufschmiedIn, ein/e Tierarzt/Tierärztin und ein Chef d’équipe, der sich vor Ort um alle Abläufe kümmern und an verschiedenen Versammlungen teilnehmen wird, zur Verfügung.

Doppelpass mit dem ÖOC und ÖPC

Das OEPS-Büro steht in regelmäßigem Kontakt mit den zuständigen Personen beim Österreichischen Olympischen Comité sowie beim Österreichischen Paralympischen Comité, um die notwendigen Änderungen im Zuge der COVID-19-Maßnahmen, die die japanische Regierung gemeinsam mit dem Organisationskomitee Tokio 2020 vorgeben, in die Planungen für das Pferdesportteam zu übernehmen. „Da braucht es derzeit viel Flexibilität und eine gute partnerschaftliche Kommunikation, weil die Logistik des Pferdetransports schon ohne COVID-19 und das Herpes-Virus eine große Herausforderung darstellt“, erklärt Ingemar Mayer, Leiter Games Preparation beim ÖOC.

Pferde-Quarantäne und medizinische Checks

Doch bevor es für die ReiterInnen nach Japan geht, müssen die Pferde in eine zehntägige Quarantäne in Aachen (GER). Mehrere Hundert europäische Tiere, die aber von ihren ReiterInnen laufend trainiert werden dürfen, müssen sich auf dem Gelände des CHIO medizinischen Checks unterziehen, ehe sie alle erforderlichen Papiere erhalten. Nach einem kurzen Transport nach Belgien werden die Pferde dann in eigenen Flugzeugen nach Tokio überstellt – Vielseitigkeits- und Dressur-Pferde getrennt. Das bedarf natürlich einer genauen, vor allem aber auch frühzeitigen Planung. „In Sachen Pferdequarantäne in Aachen und Flugtransport der Pferde erhalten wir von Peden Bloodstock Unterstützung. Das wird alles zentral für Europa organisiert, damit ist gewährleistet, dass alle Auflagen strikt eingehalten werden. Wir haben das frühzeitig fixiert, weil es ja nur um die Anzahl der reservierten Plätze geht – unabhängig davon, welche Pferde dann wirklich dort sind“, erzählt Schwab, die sich auch bereits vorab um das gewünschte Tierfutter sowie um die Heubestellung während des olympischen Turniers kümmert.

„Wir wollen helfen und die ReiterInnen und Reiter so gut es geht unterstützen, auch wenn oftmals etwas Geduld gefragt ist. Wir versuchen, die Abläufe zu optimieren, um sie für die Pferde bestmöglich gestalten zu können“, findet Schwab schöne Schlussworte. Es bleibt zu hoffen, dass sich 2021 alle Mühen lohnen und wir spannende Dressur- und Vielseitigkeitsbewerbe im Rahmen der Olympischen Spiele sowie der Paralympischen Spiele (Dressur) in Tokio sehen werden.