Österreichische Staatsmeisterschaft: Premierentitel für Gmoser

01.10.2023 - Bei absolutem Kaiserwetter und hochsommerlichen Temperaturen sichern sich Peter Gmoser und Foreman MJ am Reiterhof Stückler in St. Margarethen den Österreichischen Staatsmeistertitel in der Dressur. Das große Finale war allerdings nichts für schwache Nerven und hätte kein spannenderes Finish in der abschließenden Musikkür haben können. Für den 52-jährigen Burgenländer war es der Premierentitel.


Was für ein Finale bei den Dressur-Staatsmeisterschaften am Reiterhof Stückler in St. Margarethen! Bei der ersten Teilprüfung am Samstag erarbeiteten sich Peter Gmoser und Foreman MJ ein kleines Polster und gingen als Leader in die Musikkür am Sonntag. Aber alles der Reihe nach: In der zweiten Teilprüfung legten die Zweiten des Vortages, Isabella Willibald und Richterhof’s Farbenfroh, mit 74,975 Prozent vor und erhöhten den Druck auf den 52-jährigen Burgenländer. Gmoser zeigte sein gefestigtes Nervenkorsett, holte mit 74,780 Prozent Rang zwei in der zweiten Teilprüfung – es war seine erste Musikkür – und krönte sich somit mit 144,560 Punkten zum Österreichischen Staatsmeister. Am Ende entschieden 0,82 Punkte zu seinen Gunsten und über die Goldmedaille. Isabella Willibald (ST) und Richterhof’s Farbenfroh (143,735) holten Silber. Walter Seidl (NÖ) und Dante’s Creek komplettierten mit 137,475 Punkten das Siegespodest.

„Es war heute nicht einfach, vielmehr war es zum Zittern und ein richtiges Herzschlagfinale. Ich bin überglücklich, dass es heute so gut geklappt hat. Ich habe schon an vielen Championaten teilgenommen, aber dieser Titel hat mir noch gefehlt. Ich dachte schon, ich bin ‚born to be second‘. Es war seine erste Kür und überhaupt seine erste Grand-Prix-Saison. Zu dieser Musik bin ich früher schon öfter mit einem anderen Pferd geritten, aber ich war überzeugt, dass es auch zu ihm passt. Mir war bewusst, dass ich im Viereck damit was ändern kann, sollte es sich von der Zeit her nicht ausgehen. So ist es dann auch gekommen und ich konnte meine Routine ausspielen. Ich bin froh, dass es endlich geklappt hat, und bin überglücklich“, zieht Gmoser Bilanz.

Aber auch Willibald kann, trotz des äußerst knappen Ergebnisses, eine positive Bilanz ziehen: „Ich bin heute sehr glücklich und zufrieden. Wir haben uns kurzfristig entschieden, dass wir hierherfahren. Ich bin sehr stolz, dass wir die Musikkür (Anm.: zu Helene Fischer) gewinnen konnten. Die Musik passt einfach perfekt zu uns beiden, ich habe es einfach genossen. Während dem Reiten kam mir schon der eine oder andere Grinser aus, da er richtig gut mitgemacht hat und das Gefühl einzigartig war. Für diese Momente bin ich einfach nur dankbar. Daher nehme ich sehr viele schöne Momente und Emotionen mit.“

Para-Dressur: Nächster Titel für Puch und ein klarer Fahrplan in Richtung Paris

Die Para-Staatsmeisterschaft war große Werbung für die Inklusion und die Para-Dressur an sich. Nachdem die EM in Riesenbeck (GER) für den mehrfachen Paralympics-Medaillengewinner zuletzt nicht nach Wunsch verlaufen war, machte Puch mit Sailor’s Blue wieder einen großen Schritt nach vorne und konnte sich mit 165,682 Punkten über seinen nächsten Titel freuen. Hinter dem 57-Jährigen holten dessen EM-Teamkolleg:innen Julia Sciancalepore (K) mit Heinrich IV (163,152) und Thomas Haller (ÖO) mit Haller’s Espalion und 150,883 Punkte Silber und Bronze.

„Nicht nur das Wetter ist heute kaiserlich, sondern auch die Anlage. Ich komme immer wieder gerne hier her und habe das Gefühl, wie wenn ich heimkomme. Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden. Die Freude, speziell nachdem ich bei der EM mit körperlichen Problemen zu kämpfen hatte und nicht abliefern konnte, war groß. Wir kommen langsam wieder in die Spur. Wir haben in den letzten vier Wochen hart gearbeitet, das war eine harte Zeit. Aber es ist einfach wichtig, dass die Harmonie stimmt. Daher habe ich auch an mir viel gearbeitet“, verrät Puch und gibt noch einen kleinen Ausblick in Richtung Qualifikation für die Paralympischen Spiele in Paris: „Wir sind in der glücklichen Position, dass wir im Ranking aktuell an der ersten Position sind, die besten beiden Teams fahren dann nach Paris. Es schaut sehr gut aus, aber wir wollen nichts dem Zufall überlassen. Wir werden noch zwei Turniere als Team bestreiten und hoffen, dort gute Ergebnisse einzufahren. Unser Ziel ist Paris und das werden wir auch zusammen schaffen – davon bin ich überzeugt.“

Kleine Tour: Weinbauer das Maß der Dinge

In der Kleinen Tour war am Sonntagmittag kein Vorbeikommen an Belinda Weinbauer und Sapperlot VMT. Das Duo holte sich mit 146,448 Punkten souverän Platz eins und verwies die Vorarlbergerin Teresa Rhomberg-Rochelt mit D Rex RR (142,807) und den Wiener Manuel Springhetti mit Danestos (142,763) auf die Plätze zwei und drei. „Wir arbeiten erst seit Februar zusammen und haben da schon viele Entwicklungsschritte setzen können. Speziell gestern war das richtig gut. Es gibt wenige Tage, wo man denkt: ‚Ja, das ist wirklich gut!‘ Heute haben wir zwar ein paar kleine Fehler eingebaut, aber der Weg stimmt und ich bin sehr zufrieden“, so Weinbauer.

U25: Spannung bis zum Schluss

Nach dem ersten Teilbewerb am Samstag lagen Lukas Fuchs-Benes (70,263 Prozent) und Fiona Spranz (70,158) in der Österreichischen U25-Meisterschaft noch Kopf an Kopf innerhalb von 0,1 Punkten. Im Finale konnte nur die Niederösterreicherin mit Santiago 16 zulegen und steigerte sich auf 69,423 Prozent und krallte sich im letzten Moment noch den Meistertitel. Rang zwei ging mit 138,565 Punkten an den Niederösterreicher Lukas Fuchs-Benes und Gogogachetto Chippendale. Jonas Frick (W) und Juno 4 (135,225) holten Bronze. „Santiago war gestern schon richtig ‚on‘, aber heute hat er noch mehr auf mich gehört und wir haben eine fehlerfreie Prüfung abgeliefert. Ich freue mich sehr über diese Leistung“, jubelt Fiona Spranz.

Junge Reiter: Simoncic verteidigt Titel erfolgreich

Felicita Simoncic und Immowert’s Ivar haben es wieder getan! Das Wiener Duo hat am Sonntag bei der Österreichischen Meisterschaft der Jungen Reiter in Kärnten seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt – und das in beeindruckender Art und Weise. Mit 74,123 und 74,649 (148,772) Punkten erzielte Simoncic in beiden Teilprüfungen das beste Ergebnis und konnte einmal mehr von Platz eins lachen. Platz zwei ging an Florentina Jöbstl (ST) und Bodyguard 49 (139,737). In einem packenden Duell um die Bronzemedaille hatten die Wienerin Pia Stallmeister und Cantano Tetti am Ende mit 138,421 Punkten mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,2 Punkten die Nase vorne.

„Den Titel im letzten Jahr erstmalig zu gewinnen war natürlich eine coole Sache und richtig aufregend. Ich muss sagen, heuer war das Nervenkostüm schon ein wenig angespannter. Ich bin mit voller Entspannung in den Bewerb gegangen und habe ‚Ivar‘ sein Ding machen lassen und ihn als zuverlässige Partnerin durch die zweite Teilprüfungen geleitet. Das hat super funktioniert. Die ganze Prüfung war für mich heute ein Highlight. Ich war noch einmal voll konzentriert und wollte alles zeigen, was geht. Ich bin sehr dankbar für diese Momente“, resümiert Simoncic nach ihrem Titelgewinn.

Junioren: Jöbstl holt den Titel in die Steiermark

In den beiden Teilprüfungen der Junioren zeigten sich Fanny Jöbstl und Simsalabim OLD souverän. Das Duo, das im Juli bei den Europameisterschaften in Kronberg (GER) Team-Silber gewinnen konnte, zeigte im Viereck in St. Margarethen seine Klasse und ließ auch am zweiten Tag nichts anbrennen. Am Ende setzten sich Jöbstl und ihr Sportpartner mit 145,696 Punkten vor der Wienerin Katharina Zajic mit Fidelio 30 (141,712) durch. Nach einer starken Aufholjagd und einer starken zweiten Teilprüfung kämpfte sich Mariella Riedler (ST) mit Latino 11 (139,233) noch aufs Podest und behauptete Bronze mit einem minimalen Vorsprung von 0,5 Punkten. „Ich bin ganz zufrieden mit meinen beiden Runden. Das heurige Jahr war für mich bislang richtig gut, aber es freut mich, dass ich jetzt noch ein weiteres Highlight hinzufügen konnte. Dieser Titel bedeutet mir sehr viel. Österreichische Meisterschaften haben immer ein besonderes Flair, wir reiten hier einfach gerne“, erzählt Jöbstl nach der Siegerehrung.

Jugend: Bruckberger souverän zum Titel

Mit knapp sechs Prozentpunkten Vorsprung und einem Gesamtscore von 156,292 holte sich Anna Bruckberger (NÖ) mit Beautiful Day den österreichischen Meistertitel in der Altersklasse Jugend (12 bis 15 Jahre). „Ich hätte es mir nicht schöner vorstellen können. Wir sind sehr zufrieden und haben zwei unglaublich schöne Runden gezeigt. Mit ‚Beauty‘ macht das immer sehr viel Spaß, weil wir sehr ähnlich sind. Wir kämpfen bis zum Schluss und sind sehr ehrgeizig. Der Titel hat für mich einen sehr großen Stellenwert und gibt mir viel Kraft für die nächsten Herausforderungen“, jubelt die 14-Jährige, die in der ersten Teilprüfung mit 79,875 Prozent knapp an der 80er-Schallmauer kratzte. Silber ging an die Tirolerin Sophie Marie Birkmann mit Annarella Di Villagana (150,84). Das Duo konnte speziell in der zweiten Teilprüfung aufzeigen und gab eine weitere Talentprobe ab. Anna Kostelecky (W) und Sirlano komplettierten mit einer Gesamtpunktezahl von 149,410 als Dritte das Siegespodest.

Pony: Herzschlagfinale – Top-3 trennen nur 1,07 Punkte

Enger und spannender hätte die Entscheidung im Pony-Bewerb nicht ausfallen können! Zur Halbzeit der österreichischen Pony-Meisterschaft lagen Selina Staufer und Pearcy Jackson bereits in Führung, doch im zweiten Teilbewerb wurde das Nervenkostüm noch einmal auf die Probe gestellt. Am Ende brachte die Niederösterreicherin ihre gute Ausgangsposition über die Ziellinie und holte sich mit einer Gesamtpunktezahl von 138,633 den ÖM-Titel. Knapp dahinter reihten sich ihre Bundesland-Kollegin Carolin Michelfeit und Newmaxx Moon (137,723) sowie der Oberösterreicher Markus Holzmüller und Hektor B (137,563) ein. Die ersten drei Reiter:in-Pferd-Paarungen trennten nach den beiden Teilbewerben nur 1,07 Punkte – ein wahres Herzschlagfinale. „Das war unglaublich eng, eigentlich hätten wir alle drei den Sieg verdient“, jubelt Pony-Meisterin Selina Staufer. „Ich freu mich, dass es so gut gelaufen ist. Wir arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen und haben schon einige nationale und internationale Turniere bestritten. Wir sind auf einer Wellenlänge, das merkt man auch. Ich freue mich riesig über diesen Titel. Es macht mich einfach glücklich“, strahlt die Niederösterreicherin mit ihrer Medaille um die Wette.

Alle Dressur-Ergebnisse auf einen Blick

Österreichischen Dressur-Staatsmeisterschaft (ÖSTM)
Endstand nach 2 Teilbewerben

1. Peter Gmoser (B), Foreman MJ, 69,780|74,780, 144,560 Prozentpunkte

2. Isabella Willibald (ST), Richterhof’s Farbenfroh, 68,760|74,975 143,735
3. Walter Seidl (NÖ), Dante’s Creek, 65,880|71,810 137,690

4. Amanda Hartung (T), Colourful Life, 65,880|71,810 137,475

5. Sabrina Reinwald (ST), Boogie Woogie 4, 64,900|71,070 135,970



ÖSTM Para-Dressur
Endstand nach 2 Teilbewerben

1. Pepo Puch (ST), Sailor’s Blue, 79,015|86,667 165,682

2. Julia Sciancalepore (K), Heinrich IV, 78,661|84,501 163,162

3. Thomas Haller (OÖ), Haller’s Espalion, 70,883|80,000 150,883

4. Maria Egger (OÖ), Der Valentin, 68,089|72,751 140,840

5. Katrin Öhner (OÖ), King Louis, 67,858|69,251 137,109


Österreichische Meisterschaft (ÖM) Kleine Tour Endstand nach 2 Teilbewerben

1. Belinda Weinbauer (B), Sapperlot VMT, 72,939|73,509 146,448

2. Teresa Rhomberg-Rochelt (V), D Rex RR, 70,789|72,018 142,807
3. Manuel Springhetti (W), Danestos, 71,491|71,272 142,763

4. Timna Valenta-Zach (ST), Black Pearl 102, 70,263|69,956 140,219

5. Karin Kosak (ST), Fibi’s Welt, 68,509|68,991 137,500

ÖM Pony (12 bis 16 Jahre)
Endstand nach 2 Teilbewerben

1. Selina Staufer (NÖ), Pearcy Jackson, 69,487|69,146 138,633

2. Carolin Michelfeit (NÖ), Newmaxx Moon, 68,333|69,390 137,723

3. Markus Holzmüller (OÖ), Hektor B, 68,376|69,187 137,563

4. Anna Bruckberger (NÖ), Double Enjoy, 68,932|66,707 135,639
5. Constanze Catharina Kellersperg (ST), Antares 189, 66,282|67,480 133,762



ÖM Jugend (12 bis 15 Jahre) Endstand nach 2 Teilbewerben

1. Anna Bruckberger (NÖ), Beautiful Day, 79,875|76,417 156,292

2. Sophie Marie Birkmann (T), Annarella Di Villagana, 72,875|77,472 150,347

3. Anna Kostelecky (W), Sirlano, 75,600|73,810 149,410

4. Florentina Stache (NÖ), Quiara 10, 71,650|74,542 146,192

5. Hannah-Katharina Dearing-Schumach (K), Auheims Maximus, 74,075|64,940 139,015


ÖM Junioren (14 bis 18 Jahre)
Endstand nach 2 Teilbewerben

1. Fanny Jöbstl (ST), Simsalabim OLD, 73,108|72,588 145,696

2. Katharina Zajic (W), Fidelio 30, 70,045|71,667 141,712

3. Mariella Riedler (ST), Latino 11, 69,189|70,044 139,233

4. Emilia Brandstätter (OÖ), Pramwaldhof’s Weena, 69,279|69,474 138,753

5. Lea-Angelina Jegel (ST), Ramezani, 68,559|69,737 138,296

ÖM Junge Reiter (18 bis 21 Jahre) 
Endstand nach 2 Teilbewerben

1. Felicita Simoncic (W), Immowert’s Ivar, 74,123|74,649 148,772

2. Florentina Jöbstl (ST), Bodyguard 49, 72,895|66,842 139,737

3. Pia Stallmeister (W), Cantano Tetti, 70,175|68,246 138,421

4. Valentina Friedl (ST), Korefan, 68,640|69,605 138,245

5. Katja Lembacher (ST), Horizont 3, 69,474|67,237 136,711


ÖM U25
Endstand nach 2 Teilbewerben

1. Fiona Spranz (NÖ), Santiago 16, 70,158|69,423 139,581
2. Lukas Fuchs-Benes (NÖ), Gogogachetto Chippendale, 70,263|68,302 138,565

3. Frick Jonas (W), Juno 4, 67,737|67,488 135,225

4. Kathrin Brugger (K), Designer 66,474|65,767 132,241


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