Vorsicht, Doping-Falle!

Ohne Sorgen durch das Turnierjahr kommen. Das geht am besten indem man sich mit den Anti-Doping-Regeln intensiv auseinandersetzt und beachtet. „Schulungen besuchen und Regeln beachten“, empfiehlt Veterinärreferntin Dr. Constanze Zach.

Der Österreichische Pferdesportverband sieht es als seine Aufgabe alle ReiterInnen in dieser Thematik regelmäßig zu sensibilisieren und an die jeweilige Eigenverantwortung zu appellieren. Während für die ReiterInnen die Regeln der NADA (Nationale Anti-Doping Agentur) gelten, hat bei den Pferden das FEI Reglement Clean Sport des internationalen Pferdesportverbandes (https://inside.fei.org/fei/cleansport) seit vielen Jahren seine Gültigkeit.


„Schulungen besuchen und Regeln beachten.“

Jedes Jahr ab 1. Jänner sind die, bei der Generalversammlung der FEI im Herbst beschlossenen Änderungen der Verbotsliste (Equine Prohibited Substances List), die aus zwei Teilen (kontrollierte Medikation und gebannte Substanzen) besteht, gültig. Die neue Verbotsliste (HIER) kann jederzeit eingesehen werden und bietet die Grundlage für ein sauberes sowie erfolgreiches Wettkampfjahr.

„Wir können den Reiterinnen und Reitern nur Jahr für Jahr empfehlen, sich die Änderungen genau durchzulesen und mit den neuen Vorgaben vertraut zu machen. Darüber hinaus ist es sinnvoll die angebotenen Schulungen zu besuchen und sich dem Anti-Doping-Thema für Pferde wirklich anzunehmen, um unerwünschte Überraschungen vorbeugen zu können. Letztendlich liegt es in der Eigenverantwortung der Reiterinnen und Reiter“, appelliert die Veterinärreferentin des Österreichischen Pferdesportverbandes Dr. Constanze Zach an alle ReiterInnen, die seit Jahren mit ihrer Lizenzunterschrift bestätigen, dass sie sämtliche Anti-Doping-Regeln kennen und ordnungsgemäß beachten.

In den vergangenen Monaten ist es oftmals zu positiven Proben aufgrund von verunreinigtem Pferdemischfutter, meist durch Melasse oder Apfeltrester gekommen, die verbotene Substanzen enthielten. Im Zweifelsfall sollte man sich an den jeweiligen Hersteller wenden und die „Reinheit“ des Futters nach gültigen Anforderungen bestätigen lassen – egal über welchen Weg die Substanzen in den Körper des Pferdes gelangen, die Verantwortung haben laut Reglement immer die ReiterInnen zu tragen.

ATF-Policy der FEI zum Schutz der ReiterInnen

Ab 1. Jänner 2021 gilt die neue ATF-Policy (Atypical Findings Policy) der FEI zum Schutz der ReiterInnen. Sollte es zu einem positiven Fall aufgrund verunreinigten Futters kommen und kann die verantwortlichen Personen beweisen, dass sie am positiven Ergebnis keine Schuld trägt, drohen ihr keine Konsequenzen. Der Fall gilt als abgeschlossen und wird nur mit Zustimmung der verantwortlichen Personen, in der Regel die ReiterInnen, öffentlich gemacht. Die Beweislast liegt also bei den ReiterInnen: Man muss erklären können, wie die Substanz in das Pferd kam und darüber hinaus darlegen, was getan wurde, um eine positive Probe zu vermeiden. Erkennt die AFT-Jury das Analyseergebnis nicht als „Atypical Finding“ an, wird der Fall an das FEI-Tribunal weitergeleitet und dort wie ein Doping-/Medikationsfall behandelt. Ein Einspruch ist nicht möglich.

Schwellenwerte festgelegt

Seit 1. Jänner 2021 gelten für einige verbotene Substanzen (Estranediol, Prednisolon und Testosteron) Schwellenwerte, bis zu denen ein positiver Befund nicht weiterverfolgt wird. Dabei handelt es sich um Substanzen, die in geringen Mengen auch natürlicherweise im Körper des Pferdes vorhanden sein können.

Sollte es in der doch sehr komplexen Anti-Doping-Thematik für Pferde Unklarheiten oder unbeantwortete Fragen geben, ist es wesentlich, sich vor der Behandlung oder Anwendung Klarheit zu verschaffen. Sprechen Sie mit Ihreren TierärztInnen, nützen Sie die mobile Prohibited Substances Database. Auch können Sie sich jederzeit zur Absicherung an das OEPS-Büro bzw. an die zuständigen VeterinärmedizinerInnen wenden.