„Rückkehr zum Normalbetrieb wird wohl noch dauern“

Dr. Martin Dal-Bianco wurde in der letzten Generalversammlung mit großer Mehrheit zum neuen Schatzmeister des Österreichischen Pferdesportverbandes bestellt. Für die aktuelle Pferderevue-Ausgabe wurde ein Interview geführt.


Herr Dr. Dal-Bianco, wie war Ihr Start als Schatzmeister des Österreichischen Pferdesportverbandes?
Martin Dal-Bianco: Durch ein positiv motiviertes und kompetentes Team an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserem Büro in Laxenburg war der Einstieg so wie man ihn sich wünscht. Auch die Finalisierung des Jahresabschlusses 2018 des OEPS als eine meiner ersten Tätigkeiten hat mir einen guten Überblick über meine neuen Aufgaben ermöglicht. Den ersatzlosen Abschied des Leiters des Rechnungswesens und der EDV des OEPS mit Beginn meiner Tätigkeit konnte ich durch meine Berufserfahrung als Steuerberater, Mediator und Unternehmensberater in der Industrie kompensieren. Als Team, gemeinsam mit dem Generalsekretariat und dessen Serviceabteilungen sowie unserem Sportkoordinator, blicken wir bereits auf eine erfolgreiche Zeit zurück.

Wie hoch ist der Zeitaufwand für Ihre ehrenamtlichen Aufgaben – und warum tun Sie sich das an?
Ich habe aufgehört, die Stunden zu zählen. Aber so etwa 40 Stunden pro Monat werden es schon sein. Meine primäre Motivation ist die Freude am Pferdesport und Dankbarkeit für die damit verbundenen schönen Erlebnisse. Als Insider mit berufsbedingten ethischen Grundsätzen weiß ich, worauf ich mich einlasse.

Wie hat sich die Pandemie budgetmäßig auf den Österreichischen Pferdesportverband ausgewirkt?
Gegenüber dem von 2019 budgetierten Nullergebnis weist der vom Wirtschaftsprüfer testierte Jahresabschluss einen Gewinn aus. Auch 2020 ist definitiv mit keinem negativen Ergebnis zu rechnen. Details können der Homepage entnommen werden.

Was war nach dem vergangenen Corona-Jahr die besondere Herausforderung beim Erstellen des Budgets für 2021?
Das Budget 2021 wurde unter der Annahme eines nahezu unbeeinträchtigten Sportbetriebes erstellt. Bei Weiterbestehen der bis dato noch nie dagewesenen Herausforderung aufgrund der unkalkulierbaren pandemiebedingten Einschränkungen des Sportbetriebs werden bei Bedarf in der jeweiligen Situation entsprechende Maßnahmen gesetzt.

Stichwort Budget: Wie sieht da die Aufteilung der Mittel aus und wie viel davon fließt direkt in den Sport?
Eine Darstellung ist Bestandteil des Anhanges in den jeweiligen Jahresabschlüssen. Ein Drittel der Mittel wird für das Verbandsmanagement aufgewendet, und zwei Drittel fließen in den Sport.

Der OEPS hat aktuell 46.684 Mitglieder, das ist ein Rückgang im Corona-Jahr von 1.472 Mitgliedern. Wie bewerten Sie das?
Die Corona-Pandemie verlangt auch dem Pferdesport in Österreich seit Monaten einiges ab. Die Rückkehr zum Normalbetrieb wird wohl noch einige Zeit dauern. Daher ist dies nicht als dramatisch zu sehen, sondern als Reaktion von Mitgliedern, die sich wegen der Planungsunsicherheit nicht anmelden und die die weiteren Entwicklungen abwarten. Auch wir als Verantwortliche des OEPS werden dies weiterhin mit Sorgfalt beobachten.

Welcher Betrag geht seitens der Landesverbände pro Mitglied an den OEPS – und welche Leistungen erhält das einzelne Mitglied dafür?
Der jährliche Beitrag an uns beträgt 9 Euro. Dieser ist seit Jahren unverändert gleich geblieben. Die Beiträge sind nötig, um die Arbeit des Verbandes zu gewährleisten. Neben den zentralen Verbandsaufgaben fallen immer mehr Aufgaben an, wie z. B. die Vertretung unserer Interessen gegenüber der Politik und anderen Instanzen – siehe z. B. die Empfehlungen wegen der COVID-19-Regelungen. Zirka die Hälfte geht natürlich auch in den Sport.

Was ist der sogenannte Sporteuro?
Den Sportförderbeitrag von einem Euro pro Start – daher der Name Sporteuro – wurde im Jahr 2011 eingeführt. Davon gehen 70 Cent an jene Sparte, jenes Referat, aus welcher dieser eingehoben wurde, und 30 Cent an das Bundesland, in dem das Turnier stattfand. Laut Präsidiumsbeschluss ist der anteilsmäßige Betrag für Sportprojekte wie Entsendungen von Jugendlichen und Junioren der jeweiligen Sparte zu verwenden.

Die Finanzen und Bilanzen des OEPS werden jedes Jahr von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer durchleuchtet. Wie sieht da die Rückmeldung aus?
Er bestätigt die Vollständigkeit und Richtigkeit der überprüften Dokumente und bestätigt, dass die Jahresabschlüsse und die Gebarung den gesetzlichen Vorschriften sowie den Bestimmungen der Satzung entsprechen und diese ein getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Verbandes zeigen.

Dr. Dal-Bianco, vielen Dank für das Gespräch!