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Olympia-Pferde fliegen Business

Das Abenteuer Tokio hat für Österreichs Dressur-Team gut begonnen. Abegglen FH NRW, Fidertraum und Te Quiero SF, die Sportpartner von Victoria Max-Theurer, Florian Bacher und Christian Schumach, haben die Flugreise gut überstanden.


Sogar sehr gut, wenn es nach den Worten von Equipe-Chefin Uschi Barth geht: „Alle drei sind richtig fit, die Flugreise war für die Pferde kein Problem.“

18-Stunden-Flug mit Tankstopp in Dubai

Dabei haben die Vierbeiner einen insgesamt 26-stündigen Transport von Aachen über Liege (Abflug) mit Tankstopp in Dubai nach Tokio hinter sich. Der Flug von Belgien nach Haneda, der Flughafen am Wasser, der den Großraum Tokio bedient, mit der Boeing 777-F dauerte exakt 18 Stunden und 15 Minuten inklusive 90 Minuten Zwischenstopp.

Insgesamt waren bei diesem ersten Olympiatransport 36 Pferde an Bord, darunter auch Bella Rose, das Nummer-1-Pferd der sechsfachen Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth. Die Pferde fliegen zu zweit pro Palette bzw. fliegendem Stall, was der Business Class entspricht.

Für ihren Komfort und ihre Sicherheit sorgen fliegende Pfleger und ein Bordtierarzt, in diesem Fall der Oberösterreicher Wolfgang Himsl. Und im Gegensatz zu zweibeinigen Passagieren bekommen die Pferde nicht nur ihre Mahlzeiten während des Fluges (natürlich auch spezielle Essenswünsche), sondern können während der gesamten Reise Heu oder Silage zu sich nehmen, außer wenn sie ein Nickerchen im Stehen machen.

325 Pferde fliegen nach Tokio

Insgesamt 325 Pferde werden während der Olympischen und Paralympischen Spiele nach Tokio geflogen. Die komplexe Logistik für diese gewaltige Luftbrücke wurde von der Transportfirma Peden Bloodstock koordiniert, die seit Rom 1960 für den olympischen und paralympischen Pferdetransport zuständig ist und offizieller Pferde-Logistikpartner der Fédération Equestre Internationale (FEI), dem Weltverband des Pferdesports, ist. Peden Bloodstock wurde 2019 Titelpartner des FEI Best Athlete Award.

Ein Konvoi von 11 hochmodernen, klimatisierten Pferdetransportern, die dem japanischen Rennsportverband gehören, transportierte die heutige kostbare Pferdefracht – und 13.500 Kilogramm Ausrüstung – auf dem letzten Transfer von Haneda zur Pferderennbahn nach Baji Koen, wo die Pferde-Superstars die Möglichkeit hatten, sich in ihrem olympischen Athletendorf, auch bekannt als Stallungen, einzurichten.

Österreichs Dressur-Team wohnt in einem Hotel, das 25-Auto-Minuten vom Equestrian Park entfernt ist. „Die Olympia-Anlage ist sehr schön und wäre bereit für ein tolles Turnier. Schade, dass kein Publikum erlaubt sein wird“, sagt Uschi Barth.

Die Termine für die Olympischen Dressur-Wettbewerbe: am 23. Juli gibt es den Vet-Check, am 24. und 25. Juli folgt der Grand Prix, am 27. Juli werden die Team-Medaillen unter den Top-8-Nationen im Grand Prix Spezial vergeben, am 28. Juli findet die Grand Prix Kür der Top-18 des Grand Prix statt.

Alle Ritte der ÖsterreicherInnen werden live auf ORF übertragen.