Olympia-Debüt mit großen Emotionen

Christian Schumach und Florian Bacher absolvierten am Sonntag jeweils ihr Olympia-Debüt im Dressurviereck von Tokio. Schumach und Te Quiero SF wurden für ihre Grand Prix-Prüfung als Gruppendritte (D) mit 70,9 Prozentpunkten bewertet, Bacher und Fidertraum erzielten 69,813 Prozent in Gruppe F. Beide Österreicher verpassten damit den Einzug ins Kür-Finale der Top-18.

In dem Augenblick, als Christian Schumach ins Olympische Viereck ritt, war Österreichs Anna Kiesenhofer gerade zur historischen Goldmedaille über die Ziellinie geradelt. Der 39-jährige Kärntner war im Interview begeistert: „Ganz tolle Leistung, super für unser Olympia-Team, gleich so in diese Spiele zu starten.“


"Große Zukunft" für Te Quiero

Ebenso begeistert zeigte sich Schumach über die Leistung seines 10-jährigen Holsteiner Wallachs, der im Besitz von Franziska Fries steht: „Es hat richtig viel Spaß gemacht, war ein tolles Erlebnis und für uns beide eine gute Prüfung. Das Pferd war wahnsinnig gut bei mir und bei der Sache. Obwohl es für uns beide als Team eine neue Erfahrung war. Ich bin zwar schon in großen Stadien geritten, aber Te Quiero hat so etwas noch nie gesehen. Er hat einen tollen Job gemacht und bei diesem ersten Höhepunkt bewiesen, dass er eine große Zukunft vor sich hat.“

Und Schumach blickt auch schon nach vorne: „Ich bin in meinem Leben schon viele Turniere geritten und natürlich ist es auch – unter Anführungszeichen – nur ein Turnier. Aber weil es olympisch ist, ist es ein ganz besonderes Gefühl. Das macht schon was mit einem. Ich bin normalerweise nicht sehr nahe am Wasser gebaut, aber das hat auch mir heute die eine oder andere Träne entlockt. Es war ein ganz tolles Erlebnis und ich hoffe, dass es noch ein zweites oder drittes Mal passieren wird.“

(c) Tomas Holcbecher
(c) Tomas Holcbecher

"Gemischte Gefühle" bei Florian Bacher

Nicht ganz so zufrieden war Florian Bacher mit seinem Auftritt mit Fidertraum: „Es sind gemischte Gefühle, weil doch sehr viele schöne Sachen drin waren. Es war aber nicht ganz so leicht, weil er von der Atmosphäre im Stadion doch beeindruckt war. Ich nehme ihm das aber nicht übel, er hat so etwas noch nie erlebt.“

(c) Tomas Holcbecher
(c) Tomas Holcbecher

"Wir blicken als Team nach Paris 2024"

Das unerwartete Aus im Teambewerb sahen beide Teamkollegen von Victoria Max-Theurer reiterlich gelassen. Schumach: „Natürlich sind wir enttäuscht gewesen, dass es so gekommen ist. Aber wir sind ein super Team und die Vici ist nach wie vor nicht nur Teil davon, sondern eine wichtige Persönlichkeit mit viel Erfahrung auf dem olympischen Parkett. Sie tut alles, um Florian und mich zu unterstützen, ist hautnah dabei in der Vorbereitung und dann auch im Kiss & Cry-Corner, damit wir eine gute Runde reiten können. Und wir alle wissen: Das ist das Leben mit Pferden, wir sind lang genug dabei und wissen, wie schnell das gehen kann. Da hat das Pech jetzt einmal zugeschlagen, das muss man abhaken – und wir schauen bereits als Team nach Paris 2024, wo wir versuchen werden, uns wieder als Mannschaft zu qualifizieren.“

(c) Tomas Holcbecher
(c) Tomas Holcbecher

Ein Team für zwei Championate 2021

Dass Österreichs Equipe nach dem Victoria Max-Theurer am Samstag ihre Nennung wegen eines eitrigen Backenzahns bei ihrem Spitzenpferd Abegglen zurückziehen hatte müssen, nicht im Teambewerb antreten konnte, war auch für Astrid Neumayer eine Hiobsbotschaft gewesen. Die Oberösterreicherin war mit ihrem ZapZap als Ersatzreiterin in die Quarantäne nach Aachen mitgereist, war aber dann nicht mit nach Tokio geflogen.

„Das war mit der sportlichen Führung des Österreichischen Pferdesportverbandes abgesprochen. Bei dieser Entscheidung stand vor allem das Pferdewohl meines 13-jährigen ZapZap im Vordergrund. Auch wenn wir bereit gewesen sind zu fliegen, habe ich das so akzeptiert“, erklärt Astrid Neumayer, die mit ihrem Sportpartner in der internen Qualifikationsphase die meisten internationalen Turniere von allen Teammitgliedern absolviert hatte. „Zapi und ich wollen uns auf das zweite Großereignis in diesem Jahr, die Dressur-Europameisterschaft in Hagen im September, konzentrieren. Da zählt jeder Vorbereitungstag.“

Equipe-Chefin Uschi Barth erklärt: „Alle Pferde wurden in Aachen vom Teamtierarzt untersucht, wir haben dann entschieden ZapZap als Ersatzpferd diese lange Reise zu ersparen. Pferde in dieser Qualität gibt es in Österreich nicht viele und wir haben in diesem Jahr die Olympischen Spiele und die Europameisterschaften zu beschicken. In Hagen benötigen wir Pferde in Hochform, und ZapZap kann dabei eine ganz wichtige Teamstütze sein.“

(c) Tomas Holcbecher
(c) Tomas Holcbecher

Olympia-Ergebnisse im Überblick

Diese Mannschaften habe sich für die Olympische Teamentscheidung im Grand Prix Special qualifiziert:

Deutschland
Dänemark
USA
Niederlande
Großbritannien
Schweden
Portugal
Spanien

Alle Ergebnisse im Detail finden Sie HIER

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