FEI verlängert wegen Herpesvirus Turniersperre bis 11. April

Die FEI hat aufgrund des anhaltenden Ausbruchs der neurologischen Form des Equinen Herpesvirus (EHV-1) eine weitere zweiwöchige Verlängerung der Sperre aller internationalen Veranstaltungen auf dem europäischen Festland bis zum 11. April 2021 verhängt. Die FEI hatte bereits am 1. März nach dem Ausbruch des Virus bei einem Turnier in Valencia (ESP) einen 28-tägigen Stopp verkündet.


Auch in Österreich weiterhin keine Turniere

Durch diesen weiteren drastischen Schritt, der am Freitag bei einer Dringlichkeitssitzung des FEI-Exekutivrats einstimmig beschlossen wurde, soll die weitere Ausbreitung des sehr aggressiven Virusstammes eingedämmt werden. Die Verlängerung der Sperre gilt für alle FEI-Disziplinen.

Die Entscheidung basiert auf einer detaillierten wissenschaftlichen Risikobewertung, die von dem weltweit führenden Epidemiologen Dr. Richard Newton und der FEI-Veterinärabteilung durchgeführt wurde.

Die verlängerte Sperre gilt für alle Länder, in denen bis zum 11. April internationale Veranstaltungen anstehen, also Österreich, Belgien, Spanien, Estland, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Polen, Portugal und Schweden. Die FEI empfiehlt erneut allen nationalen Verbänden dringend, ihre nationalen Veranstaltungen abzusagen, um die Bewegung der Pferde zu minimieren.

FEI World Cup™ Finals zum zweiten Mal abgesagt

Die Absage bedeutet, dass die FEI World Cup™ Finals zum zweiten Mal in Folge abgesagt werden, nachdem die Finals 2020 in Las Vegas (USA) wegen der Covid-19-Pandemie ausfallen.

Das Longines FEI Jumping World Cup™ Finale und das FEI Dressage World Cup™ Finale sollten vom 31. März bis 4. April 2021 in Göteborg (SWE) stattfinden.

"Die Verlängerung der Sperre ist für alle schwierig, und der Verlust des FEI World Cup Finals für ein zweites Jahr ist besonders verheerend, vor allem für die qualifizierten Athleten und für unseren treuen Top-Partner Longines. Wir wissen, wie viel Arbeit Tomas Torgersen und sein unglaubliches Team in Göteborg in die Organisation der Finals 2021 gesteckt haben, die Teil der Feierlichkeiten zum 400. Geburtstag der Stadt gewesen wären, daher ist dies ein sehr bitterer Schlag", sagt FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibáñez.

Eindringlicher Appell an alle ReiterInnen

Der eindringlich Appell der Generalsekretärin im Wortlaut: "Wir können EHV nicht ausrotten, da es in vielen Ländern endemisch ist, aber wir müssen zusammenarbeiten, um die Übertragung dieses speziellen Stammes zu minimieren, der bereits den Tod von 12 Pferden in Europa verursacht hat. Alle ursprünglichen Kontaktpferde aus Valencia, Vejer de la Frontera und Doha sind bereits in der FEI-Datenbank gesperrt, aber die gesamte Gemeinschaft muss auf der Hut sein und ihre Pferde überwachen. Wir bitten alle in Europa ansässigen FEI-Athleten eindringlich, Reisen mit ihren Pferden während dieser verlängerten Sperrung zu vermeiden, da Reisen ein ganz klarer Risikofaktor ist."

Und weiter sagt Ibáñez: "Leider ist diese zusätzliche Sperre entscheidend, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit wir den Rest der Saison erhalten können, unsere Athleten und Pferde wieder sicher an Wettkämpfen teilnehmen können und denjenigen, die nach Tokio wollen, einen möglichst langen Zeitraum einräumen, um ihre Mindestanforderungen zu erfüllen und ihre Ergebnisse zu bestätigen, und natürlich, um ihre Pferde auf die Spiele vorzubereiten."

Die FEI setzt auf Transparenz: "Niemand möchte einen Ausbruch wie diesen jemals wieder erleben. Es wird eine umfassende und völlig transparente Untersuchung jedes Aspekts dieses Ausbruchs und der Art und Weise, wie er gehandhabt wurde, geben. Die Ergebnisse werden veröffentlicht, so dass wir alle gemeinsam daraus lernen können. Wir werden verbesserte Protokolle einführen, um eine sichere Rückkehr zu ermöglichen, sobald der Ausbruch unter Kontrolle ist. Unsere Community werden wir vor der Wiederaufnahme internationaler Veranstaltungen informieren, aber die Priorität muss jetzt die Behandlung der kranken Pferde und die sichere Rückführung gesunder Pferde in deren Heimatländer sein. Wir müssen uns alle darauf konzentrieren, nicht nur die FEI-Pferde zu schützen, sondern die gesamte europäische Pferdegemeinschaft."

Die Arbeit zur Identifizierung der Gensequenzierung dieses Virusstammes ist bereits im Gange, und die FEI überwacht die Entwicklung des Virus weiterhin durch die FEI Veterinary Epidemiology Working Group. Diese Gruppe besteht aus weltweit führenden EHV-Spezialisten, dem FEI-Veterinärdirektor und dem FEI Senior Veterinary Advisor, unterstützt vom Vorsitzenden des FEI-Veterinärkomitees. Berichte und Empfehlungen aus dieser Gruppe werden wöchentlich veröffentlicht.

Die FEI veröffentlicht außerdem tägliche Updates auf dem speziellen EHV-1-Hub.