Ein Video als Startschuss

Das Abenteuer Tokio hat für Österreichs Dressur-Team gut begonnen. Abegglen FH NRW, Fidertraum und Te Quiero SF, die Sportpartner von Victoria Max-Theurer, Florian Bacher und Christian Schumach haben die Flugreise gut überstanden und die ersten Trainingseinheiten absolviert.

Nach Victoria Max-Theurer wollen wir nun Florian Bacher etwas näher vorstellen:

Im Alter von sechs Jahren erfolgte für Florian Bacher der spielerische Einstieg in den Pferdesport. Seine Eltern machten ihm die Reiterei schmackhaft. Nach seinen Anfängen auf einem Pony passierte schnell der Umstieg auf Großpferde. Mit elf Jahren veränderte ein einziges Video, das ihm zutiefst imponiert hatte, jedoch die Lebensplanung: Es war schnell klar, dass der heute 35-Jährige nur noch ein Ziel hatte, er wollte so schnell es geht in die Spanische Hofreitschule.


Der in Wien lebende und für das Reitsportzentrum Süd in der Steiermark reitende Bacher legte allerdings mit seinen Pferden noch einen, für seine Karriere wichtigen, Zwischenstopp bei Kottas-Heldenberg ein und wurde von Arthur Kottas persönlich trainiert. Mit 15 Jahren ging für den Olympia-Fixstarter sein großer Traum in Erfüllung. Als Bereiter war Bacher 18 Jahre bei der Spanischen Hofreitschule beschäftigt, hatte zahlreiche Pferde unter seinem Sattel und ritt bei Großveranstaltungen vor Tausenden Leuten – im Rahmen der vielen internationalen Auftritte ritt der amtierende Dressur-Staatsmeister regelmäßig Solovorstellungen. Mit einem individuellen Konzept hielt er nicht nur seine Pferde fit und bei Laune, sondern sammelte wertvolle Erfahrungen, die ihm später zugutekommen sollten.

(c) ÖOC/ GEPA Pictures
(c) ÖOC/ GEPA Pictures

Von der klassischen Reitkunst zum Sportreiten

Nach dem Abschied von der Spanischen Hofreitschule folgte ein sechswöchiger Aufenthalt in England bei Carl Hester, dem Bacher in seiner Karriere sehr viel zu verdanken hat. Seit vielen Jahren ist Hester nicht nur sein Mentor, sondern auch treuer Wegbegleiter und guter Freund. Nach einer intensiven Zeit mit viel Handarbeit bei den Pferden – also Piaffe und Passage – beziehungsweise Arbeit am langen Zügel lag der Fokus nicht nur auf seiner 2018 begonnenen Selbstständigkeit, sondern vor allem auch auf dem klassischen Turnierreiten in der Dressur. Der amtierende Dressur-Staatsmeister ist ein stiller Beobachter und nimmt seine internationalen Dressur-KollegInnen genau unter die Lupe und holt sich dadurch wertvolle Inputs für seine eigene Arbeit.

Verlässlicher Partner im Viereck

Nach der Europameisterschaft in Rotterdam 2019 wird der 35-Jährige bei den Olympischen Spielen in Tokio sein zweites Championat in Angriff nehmen, für das er sich nach Wahl- und Pflichtturnieren mit seinem Sportpartner Fidertraum souverän qualifizieren konnte. „Fidi“ wurde vor acht Jahren bei einer Oldenburger Auktion von Bachers Frau gekauft und hat eine exzellente Arbeitseinstellung. Bacher nahm den heute 12-jährigen Oldenburger rasch unter seine Fittiche. Seit vielen Jahren ist er ein verlässlicher Partner im Viereck, lässt das rot-weiß-rote Dressur-Ass in keiner Sekunde im Stich und macht einen super Job. Ein Reiter/Pferd-Duo, das seit vielen Jahren harmonisch agiert, bereits tolle Erfolge feiern konnte und nun in Japan seinen gemeinsamen Karrierehöhepunkt erleben wird.

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